Schulterschmerzen - nicht auf die leichte Schulter nehmen

Sich morgens ankleiden, Teller in den Geschirrschrank einräumen: Bei Schulterschmerzen können bereits kleine Handgriffe zu einer körperlichen Herausforderung werden. Die Beschwerden können verschiedene Ursachen haben.

Überlastung

Probleme mit der sogenannten Rotatorenmanschette machen sich zumeist bemerkbar, wenn die Schulter seitlich schmerzt. Und wenn das Heben des Arms nach oben den Schmerz noch steigert. Sie entstehen durch verstärkte Muskelverkürzungen oder -abschwächungen und chronische Überlastung. An empfindlichen Stellen können sich Abnutzungserscheinungen wie Rauigkeiten, Auffaserungen oder Sporne einstellen. Diese können wiederum ein sogenanntes Engpass-Syndrom begünstigen: Die Schulter befindet sich dann in einem ständigen Reizzustand, weil das innere Gleiten von Sehnen und Muskeln um das Schultergelenk nicht mehr reibungslos funktioniert.

Verspannungen

Schulterschmerzen können ihren Ursprung auch in Verspannungen der Nackenmuskulatur haben, verursacht durch Zugluft und Fehlstellungen der Wirbelsäule. Die Schmerzen beginnen üblicherweise im Nacken und dehnen sich oftmals über die Schulter bis in den Arm aus.

Versteifung

Bei einer „Frozen Shoulder“ versteift sich die Schulter nach anfänglichen Schmerzen. Die Ursache ist unbekannt. Alle Bewegungen sind deutlich eingeschränkt, es können Wochen vergehen, bis die Versteifung sich löst. Gemeinsam mit einer „Frozen shoulder“ können auch bestimmte Krankheiten wie Diabetes, Fettstoffwechselstörungen oder Schilddrüsenerkrankungen auftreten.

Therapiemöglichkeiten

Weil ein kompliziertes Zusammenspiel von Bändern, Muskeln und Gelenkkapsel für die Funktion der Schulter notwendig ist, sollte bei einem Schulterproblem unbedingt der Arzt aufgesucht werden. Schulterschmerzen lassen sich mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln, einer Physiotherapie oder durch Wärme- bzw. Elektrotherapien behandeln. Beim Engpass-Syndrom ist eine Operation nur sinnvoll, wenn vorherige Maßnahmen zu keiner Besserung geführt haben. Denn auch operative Eingriffe können hier oft nur zu einer geringen Linderung der Schmerzen führen und sind somit keinesfalls ein Allheilmittel. Dies wies eine britische Studie 2017 nach.*

*Beard DJ et al., Arthroscopic subacromial decompression for subacromial shoulder pain (CSAW): a multicentre, pragmatic, parallel group, placebo-controlled, three-group, randomised surgical trial, in: The Lancet, Vol. 391, Issue 10118, 2017, 329-338

Unser Tipp

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Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen aus der Apotheke gute Hilfe. Dazu berät Sie auch gerne Ihr
Apothekenteam.